Ralf Schurig – Schamane, Lebensberater … und Holocaustverharmloser?

Auf den Montags-Mahnwachen gibt sich der Co-Veranstalter Ralf Schurig als lieber Nachbar von nebenan. Im Internet hetzt er gegen Juden, relativiert den Holocaust und setzt revisionistische Thesen in den Raum.

GooglePlus: \"Ralf Schurig Heilerseite\" (Screenshot)Mindestens an der Grenze von legalen Äußerungen (nach §130 StGB Abs. 3) bewegt sich der Aachener „Lebensberater, Kristallarbeiter und Schamane“ Ralf Schurig.

Schurig ist mit zwei weiteren Personen bei Facebook als Co-Gastgeber der wöchentlichen Montags-Mahnwachen in Berlin eingetragen. Auf der Kundgebung am 7. April war er der dritte Redner.

Nach einer Ausbildung zum Mediengestalter, versuchte Schurig sich als selbständiger Unternehmer in verschiedenen Bereichen über Wasser zu halten. Seinen letzten Job als Lebensberater gab er just zu dem Zeitpunkt auf, als in Berlin die Montags-Mahnwachen geboren wurden.

Seit zwei Jahren betreibt Ralf Schurig den Internet-Blog „Spiritualität des Alltags“ (spirit.blog.de). Dort gibt sich Schurig erst einmal chemtrail-verschwörungsideologisch.Facebook: Gastgeber der Berliner Mahnwache (Screenshot)
Diesen Blödsinn und seine Story vom Wanderer („Ich bin kein Mensch und war nie einer“ …), könnte einfach so als Spinnerei abgehakt werden, wenn nicht da noch seine kruden antisemitischen Beiträge wären. Diese erwecken den Eindruck, Schurig wolle sich bei der NPD als Redner für die nächste „Bombenholocaust“-Demo bewerben.

Hier einige Auszüge aus seinen hasserfüllten Traktate, die zum Teil sehr auf Schuldabwehr ausgerichtet sind.

(…) „Kurz meine Meinung zu den Juden, damit hier garkeine Missverständnisse auftreten. Ich mag Juden generell. Diejenigen, die mir begegnet sind, waren alles freundliche, hilfsbereite Bürger und sie zu hassen würde mir im Traum nicht einfallen. Wogegen ich aber bin, sind Zionisten, die sich weltweit an die Hebel der Macht gesetzt haben und nun nach Gutdünken Politik, Börse und, wie beim SPON, auch die Medien nach ihrer Pfeife tanzen lassen. Insofern mag der Vorwurf des Antisemitismus in Deutschland gerechtfertigt sein, wo viele Deutsche einfach nicht diese Differenzierung vornehmen. Von einer unbegründeten Skepsis oder einem unbegründeten Hass kann aber keine Rede sein.“ (…) „Ich habe nie einem Juden etwas getan und doch muss ich mir diese ganzen Vorurteile anhören? Nein, ich bin kein Antisemit aber viele Juden sind antideutsch und das muss auch mal gesagt werden dürfen.“ (…)
„Sie“ [die Zionisten] „haben das Volk der Palästinenser verfolgt, vertrieben und Viele dabei getötet. Ob die Zionisten dazu ein Recht hatten, weil man in Deutschland Juden verfolgt hat, ist etwas worüber man nicht debattieren muss. Schon schlimm genug, dass in Deutschland Juden verfolgt und getötet wurden. Noch viel schlimmer jedoch, dass die Zionisten diesen Umstand als Tarnkappe für den eigens angezettelten Genozid verwendet haben und noch heute verwenden.“ (…)

aus: „Antisemitismus in Deutschland“, von „Freak-Raphael“, bürgerlich Ralf Schurig, 05.12.2012
[letzter Zugriff: 16.04.2014]

(…) „Zionismus ist keine Religion und auch keineswegs ein alter Glaube. Es ist eine Denkweise, die alle Menschen außer den Juden als Untermenschen betrachten. Kommt Ihnen das bekannt vor? Nein, die Nazis waren nicht die ersten, die so dachten. Die Zionisten dachten es schon ein paar Jahrzehnte davor.“ (…)

(…) „Auch die Juden haben einen Holocaust betrieben und an einer geschichtlichen Aufarbeitung sind die Zionisten aus gutem Grund nicht interessiert. Es könnte ja ruskommen, dass die Zionisten ihr eigenes Volk verkauft haben.“ (…)

(…) „Wenn es danach geht, dass man gegen die Pläne Israels ist, die Welt in einen gewaltigen Atomkrieg zu stürzen, ist der Feind meines Feindes mein Freund. Insofern bin auch ich auf Seiten der Hisbollah und der Hamas.“ (…) „Israel ist ein Fremdkörper im mittleren Osten und jeder Fremdkörper wird vom umgebenden Gewebe angegriffen, damit er rauseitern kann. Israel ist und war seit Jahrtausenden Ausgangpunkt für Krieg und Leid in der Welt.“ (…)

aus: „Das Aus für Netanjahu’s Weltkriegsphantasien“, von „Freak-Raphael“, bürgerlich Ralf Schurig, 31.10.2012
[letzter Zugriff: 16.04.2014]
GooglePlus: "Kollektivschuld" (Screenshot)

(…) „Was das deutsche Volk erlitten hat ist in meinen Augen schon lange nicht mehr fair. Ich leugne nicht, dass es einen Holocoust gab und ich empfinde tiefe Trauer für die vielen Gestorbenen. Die Leugner sitzen auf einer ganz anderen Bank. Es wird geleugnet, dass es nach dem zweiten Weltkrieg einen zweiten Holocoust gab, nämlich an den deutschen Kriegsgefangenen. Wer es liebt, dass sich ihm die Nackenhaare aufstellen, der mag sich das Thema ‚Rheinwiesenlager‘ etwas näher ansehen.
Ich leugne nicht, dass die Deutschen gegen Hitler hätten aufstehen müssen aber ich leugne auch nicht, dass die US-Bürger nach ihrem Reichstagsbrand ganz genauso gehandelt haben wie die Deutschen.“
(…)

aus: „Kollektivschuld“, von „Freak-Raphael“, bürgerlich Ralf Schurig, 16.07.2012
[letzter Zugriff: 16.04.2014]